Korrupties unter sich – Volkswagen vs. Porsche

VW vernichtet wieder mal Arbeitsplätze

VW vernichtet wieder mal Arbeitsplätze

Porsche-Arbeiter machen Front gegen Piëch Protest gegen Volkswagen: Tausende Porsche-Mitarbeiter demonstrieren gegen eine mögliche Übernahme durch VW und für die Eigenständigkeit des Sportwagenherstellers. Firmen-Patriarch Piëch fehlt überraschend beim Krisentreffen – und provoziert damit erneut das Platzen der Fusionsgespräche.

Stuttgart – Die Emotionen kochen hoch: Gut 6500 Porsche-Mitarbeiter haben am Montag gegen VW-Aufsichtsratchef und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch demonstriert. Die Protestler wenden sich gegen eine mögliche Übernahme des traditionsreichen Stuttgarter Unternehmens durch Volkswagen. Bei Massenveranstaltungen an den Standorten Zuffenhausen, Weissach und Ludwigsburg informierte der Betriebsrat die Belegschaft über die aktuellen Vorgänge bei Porsche. Porsche-Mitarbeiter in Weissach bei Stuttgart:

Protest gegen Piëch DDP Porsche-Mitarbeiter in Weissach bei Stuttgart:
Protest gegen Piëch Betriebsratschef Uwe Hück skizzierte am Entwicklungsstandort Weissach vor rund tausend Beschäftigten die Frontlinien des Arbeitskampfes. Er forderte, Porsche nicht mit dem VW-Konzern zu verschmelzen, sondern seine Eigenständigkeit zu erhalten – und will dem Vorstand bereits eine Garantie dafür abgetrotzt haben. „Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch haben mir zugesichert, dass Porsche eigenständig bleibt und die Eigentümerfamilien stark genug sind, das zu garantieren“, sagte er.

Auch die Arbeitsplätze bei dem Sportwagenbauer seien sicher. Das hätten die beiden Eigentümerfamilien zugesagt. Bei der möglicherweise entscheidenden Aufsichtsratssitzung über die Zukunft des hochverschuldeten Sportwagenbauers Porsche hatte VW-Patriarch Ferdinand Piëch zuvor für einen Eklat gesorgt. Der Chef des VW-Kontrollgremiums blieb dem Treffen im Porsche-Forschungs- und Entwicklungszentrum in Weissach ohne Begründung fern und dämpfte damit die Hoffnung auf eine konstruktive Fortsetzung der Fusionsgespräche zwischen den beiden Autobauern. Die Verhandlungen über einen Zusammenschluss liegen nach gegenseitigen Anfeindungen derzeit auf Eis. Am Sonntag hatte VW die für Montag angesetzten Gespräche mit Porsche über ein Zusammengehen der beiden Autokonzerne platzen lassen.

„Unter dem Strich verstärken die Nachrichten vom Wochenende die Bedenken um die finanzielle Lage von Porsche„,

schrieb DZ-Bank-Analyst Michael Punzet in einem Kommentar.

Porsche reagierte am Montagnachmittag auf diese Nachrichten. Nach eigenen Angaben hat der Sportwagenbauer bis zum nächsten Frühjahr kein Refinanzierungsproblem. Die jüngst mit den Banken vereinbarte Kreditlinie über zehn Milliarden Euro laufe bis März 2010 und könne dann verlängert werden. Ein Drittel der Summe werde dann fällig, sagte ein Sprecher. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor berichtet, das Unternehmen habe nur noch zwei Wochen Zeit, um Kreditlinien von mehr als einer Milliarde Euro zu verlängern.

Krisentreffen am Mittwoch abgesagt? Piëch hatte vor wenigen Tagen öffentlich von Schwierigkeiten der Stuttgarter gesprochen, Geld aufzutreiben. VW könne dagegen leichter Kredite bekommen. Daher sei auch eine Übernahme und anschließende Integration von Porsche bei VW denkbar. Dabei wären elf Milliarden Euro als Kaufpreis für Porsche aber zu hoch gegriffen. Wie die Gespräche über die gemeinsame Zukunft weitergehen sollen, darüber gibt es unterschiedliche Angaben aus Stuttgart und Wolfsburg.

Ein VW-Sprecher sagte, die Gespräche seien für unbestimmte Zeit unterbrochen. Die Atmosphäre sei derzeit nicht konstruktiv. „Daher haben weitere Gespräche momentan keinen Zweck.“ Porsche teilte dagegen mit, die Verhandlungen würden „ganz normal weitergeführt“. Abgesagt worden sei lediglich der Termin am Montag. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters ist allerdings auch ein für Mittwoch dieser Woche geplanter Gesprächstermin abgesagt worden. „Der Termin findet nicht statt„, sagte eine Person aus dem Umfeld von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. „Es sind keine weiteren Termine geplant.“ Ein Porsche-Sprecher sagte dazu, die Gespräche mit VW würden weitergehen; er könne aber kein Datum nennen.

„Es muss klar sein, worüber wir sprechen wollen“

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte, in der derzeitigen Lage sehe er keine Atmosphäre für konstruktive Gespräche. Er forderte, die Familie Porsche müsse jetzt deutlich vorgeben, wozu sie bereit sei und wozu nicht. „Das sollte sie vor allem erst einmal hausintern bei Porsche klären, vor allem mit den Beschäftigten. Wenn man dann wieder auf Volkswagen zugeht, dann muss klar sein, worüber wir überhaupt sprechen wollen. Verkauf, Fusion oder etwas ganz anderes.“ In einem Brief an seine Führungskräfte schreibt der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, dass auch die Chefetage in Wolfsburg die Einschätzung des Betriebsratsvorsitzenden teile. „Für ein Zusammengehen von Volkswagen und Porsche müssen wir die Ausgangslage systematisch analysieren und uns ein klares Bild über die tatsächlichen Verhältnisse bei Porsche machen“, zitierte die „Berliner Zeitung“ aus dem Schreiben vom Sonntag. „Wir benötigen die volle Transparenz der derzeitigen Lage. Es ist im Interesse aller Beteiligten, unserer Belegschaften, aller Aktionäre und unserer Kunden, dass wir die finanzielle Stabilität und Souveränität von Volkswagen nicht gefährden.“ Der VW-Chef verteidigte der „Berliner Zeitung“ zufolge die Absage des für Montag geplanten Arbeitstreffens mit Porsche und betonte, dass „wir uns von niemandem zu überstürzten Handlungen verleiten lassen“. Auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff forderte Porsche in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zu konstruktiverem Verhalten auf.

Was wir brauchen, ist volle Transparenz„, sagte Olaf Glaeseker, niedersächsischer Staatssekretär und Wulffs Sprecher – „bei allem Verständnis dafür, dass mancher auf dem Weg in die Sauna den Bademantel möglichst lange anbehalten will. Die Stunde der Wahrheit für Porsche naht.

Volle Transparenz und den Saustall ausmisten

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Porsche muss klären, wohin die Reise gehen soll“ Von Seiten des größten europäischen Autobauers wird in dem Machtpoker immer wieder betont, dass schließlich der hochverschuldete Porsche-Konzern um Gespräche gebeten habe. Der VW-Betriebsrat teilte mit:

„Wir sind von der Familie Porsche gebeten worden, Gespräche über die Schaffung eines integrierten Automobilkonzerns zu führen. Aber Porsche muss erst mal intern klären, wohin die Reise eigentlich gehen soll.“

Bereits zuvor war aus dem Unternehmen verlautet, offenbar werde der Ernst der Lage bei dem hochverschuldeten Sportwagenbauer verdrängt. Porsche hatte VW ursprünglich übernehmen wollen, war dadurch aber in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Porsche-Eigentümer streben daher nun eine Fusion mit Volkswagen an. Im Gespräch war auch eine umgekehrte Übernahme des Sportwagenbauers durch VW. Darum hatte nach Informationen des manager magazin sogar die Porsche-Führung selbst bei einem Krisentreffen im März gebeten. Die Eigentümerfamilien Porsche und PiëchFerdinand Piëchs Mutter war eine geborene Porsche – hatten sich Anfang Mai bei einem Treffen in Salzburg auf ein Zusammengehen mit dem VW-Konzern geeinigt. Einzelheiten sollten die Vorstände beider Firmen innerhalb von vier Wochen ausarbeiten. Seitdem gab es am vergangenen Montag Gespräche auf Arbeitsebene. In der Öffentlichkeit gab es zahlreiche Spekulationen sowohl über Personalfragen als auch über den zukünftigen Firmensitz und das Thema Finanzen.

Spiegel http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,625505,00.html

Porsche im Kündigungswahn?

Porsche scheint sich im Kündigungswahn zu befinden, denn das haben die Kaputtmanager schnell gelernt in ihren Workshops. Man versucht sein Glück erst gar nicht im Rahmen des üblichen Verfahrens mit einer ordentlichen und vielleicht noch einer außerordentlichen Kündigung, sondern man arbeitet mit dem Kopiersystem sozusagen. Konkret heißt das, der Arbeitnehmer wird oft mit den gleichen Argumenten drei, vier oder fünf Mal gefeuert. Weiterlesen

Und ein Opfer und Behinderter wird weiter schikaniert.

Und ein Opfer und Behinderter wird weiter schikaniert. Wohl so was wie der ungekrönte König der Porsche-Kündigungswelle ist Ulrich Schirmer. Man muss schon so was wie eine Eselsgeduld haben, um den Wahnsinn der Porscheadministration im Falle Ulrich Schirmer zu verstehen. Die aktuelle Antimobbingrundschau (AMR) hat über den letzten geplanten Prozess schon berichtet, der dann aber nicht stattfand, weil die Juristen von Porsche es mit der Angst bekamen, nachdem die Öffentlichkeit gut informiert wurde. Weiterlesen