IG Metall stellt Untersuchung gegen MIG18-Mitglieder ein

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Die IG Metall-Verwaltungsstelle hat ihr Untersuchungsverfahren gegen Mitglieder eingestellt, die für die konkurrierende Liste MIG 18 kandidierten. Bei weiteren Verstößen gegen die Satzung droht den Metallern allerdings der Ausschluss.

Die Liste MIG 18 stellt zwei Mitglieder im aktuellen Volkswagen-Betriebsrat. Dirk Schenker und Antonino Potalivo sind wie andere Kandidaten zugleich Mitglieder der IG Metall. Genau das sei laut Satzung nicht zulässig, erläuterte Frank Patta gestern.

„Mit der Einstellung der Untersuchung wollen wir dokumentieren, dass wir keine Hardliner sind. Aber wir machen die Mitglieder der MIG 18 ein letztes Mal auf ihre Pflichten als IG Metall-Mitglieder aufmerksam. Die Satzung ist für alle bindend“, erläuterte der Chef der Verwaltungsstelle. Konkret verlangt Patta die Einhaltung von drei Punkten. Gewerkschaftsmitglieder dürfen nicht auf konkurrierenden Listen für Betriebsratswahlen kandidieren. Mitglieder dürfen sich nicht negativ oder abschätzig über die IG Metall äußern. Und schließlich müssten Mitglieder den Anweisungen des Vorstandes oder Ortsvorstandes Folge leisten. Verstoßen die MIG-Aktivisten künftig gegen diese Punkte, wird ein Ausschlussverfahren angeschoben.

„Es ist die letzte Chance für die MIG 18-Mitglieder. Wir sind eine große Organisation, und wir wissen, dass wir als solche viele verschiedene Meinungen aushalten müssen. Wir sind im 65. Jahr des Bestehens der IG Metall sehr tolerant gewesen und bis an unsere Leidensgrenze gegangen. Bei uns kann kritisch diskutiert werden – aber bitte innerhalb der Organisation. Es wäre auch für uns sehr bedauerlich, wenn wir zehn Mitglieder ausschließen müssten“, sagte Patta. Die Renegaten müssten sich zwingend einbringen in die Gewerkschaftsarbeit und künftig auf populistische Agitation verzichten. „Das heißt nicht, dass sie nicht sagen dürfen, was sie schlecht finden“, so der oberste Wolfsburger IG Metaller.

Antonino Potalivo attestierte der Verwaltungsstelle zunächst einmal „schlechten Stil“, weil die Gewerkschaft sich an die Presse gewandt habe, während die MIG18-Mitglieder bisher noch nicht über die Entscheidung des Ortsvorstandes informiert worden seien. „Wenn die IG Metall unvoreingenommen über die Themen diskutiert, die uns am Herzen liegen, dann sind wir doch schon zufrieden.

Aber wir lassen uns nicht den Mund verbieten„, machte der Betriebsrat klar. Laut Patta wurde die Zustellung des Schreibens per Post ohne Zutun der IG Metall verzögert.

http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/7567605/artid/13937351

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